Nordirland

Ein kleiner Bericht vom Kollegen Gläser

Warum ausgerechnet Nordirland ?

Die Abschlussfahrt für die Klasse 1BFB führt uns nach Nordirland. Wie kommen wir gerade auf diesen entlegenen Teil Europas, eine Ecke bei der manchem noch das Wort „Bürgerkrieg“ in den Sinn kommt?

Das Servitenkloster Benburb liegt im Süden der Grafschaft Tyrone nahe der Stadt Armagh, dem religiösen Zentrum Irlands. South Tyrone ist eine der Gegenden, in der die „Troubles“ – wie der Nordirlandkonflikt dort bezeichnet wird, immer noch den Alltag prägen.

Inmitten eines unionistischen Gebietes hat dieses katholische Zentrum stets versucht, für Frieden und Versöhnung zwischen den beiden Konfliktparteien (bei uns bekannt als Protestanten vs. Katholiken, besser aber Unionisten vs. Republikaner) zu wirken.

Dabei wird eine sehr eindeutige Linie der Toleranz, des Zuhörens und der Gewaltfreiheit gelebt. Das Kloster Benburb spielte im Vorfeld des Friedensprozesses („Karfreitagsabkommen“) eine wichtige Rolle – trafen sich doch hier Menschen, die sich offiziell niemals sehen durften – Führer, Kämpfer, Politiker beider Seiten.

Der besondere Flair des Klosters ermöglicht es, über Konflikte und Vorurteile neu nachzudenken – und auch mal seinen eigenen Standpunkt in Frage zu stellen.

Frieden und Versöhnung müssen im Alltag gelebt werden – und dafür ist Benburb ein gutes Beispiel.

Der fragile Frieden, der seit einigen Jahren in Nordirland besteht, benötigt ständig Stützung und Stärkung. Und wie hinlänglich bekannt ist, spielt für jeden Frieden die wirtschaftliche Situation eine entscheidende Rolle.

Für das Land Nordirland selbst heißt dies unter anderem, dass die touristischen Schätze in den Fokus rücken.

Genau hier setzen wir mit unserem Projekt an:

Um das Kloster finanziell unabhängig zu halten wird hier Schritt für Schritt in die touristische Infrastruktur investiert. Dabei hat Benburb etwas Besonderes zu bieten:

Im ehemaligen Herrenhaus gibt es einen wunderschönen viktorianischen Garten mit einem Glas – Gewächshaus aus Teakholz – ein absolutes Kleinod. Leider ist dieses Gewächshaus zerfallen und lediglich ein Holzskelett erinnert an den vergangenen Glanz. Unsere Idee war es nun, dies zu ändern. Das Kloster hat zwar Geld für das Material und auch   entsprechende Werkstatträume – aber kein geeignetes Personal, die diese Arbeiten ausführen könnten.

Und so könnten wir in einem sinnvollen Projekt sowohl den jungen Menschen einiges über den Konflikt und den schweren Weg zum Frieden nahebringen als auch handwerklich einen spannendes Projekt begleiten.

Sollte dies gelingen wird dies sicherlich keine einmalige Aktion bleiben.

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